Erster Advent, wir wollen beginnen
mit Gebeten und frommem Gesang
uns auf des Heilands Geburt zu besinnen,
denn bis zur Weihnacht ist's nicht mehr lang.

Ist's nicht mehr lang ? Um Himmels Willen !
Die Zeit reicht mir garantiert nicht mehr aus,
mein Vorweihnachtspensum getreu zu erfuellen,
zu putzen, zu schmuecken das ganze Haus.

Der Mann, die Kinder, die Schwiegermutter
erwarten zum Fest die schoensten Geschenke,
sogar der Hund will ein besseres Futter
und dass ich nur wirklich an Alle denke !

Da sind die Freundinnen, Onkel und Tante,
Patenkinder, Cousins und Cousinen,
die Haushaltshilfe und gute Bekannte;
ich frage mich jetzt: was schenke ich ihnen ?

Wie war das nur vor zweitausend Jahren ?
Was gab man dem Kind in der Heiligen Nacht ?
Teures Spielzeug und Zuckerwaren,
verpackt in Geschenkpapier voller Pracht ?

Nichts gab es damals zur Weihnachtszeit,
kein Goldpapier, keinen Lichterbaum;
drei Koenige kamen her von sehr weit,
bestaunten das Kind im aermlichen Raum.

Weihrauch und Myrrhe haben gebracht,
Melchior, Kaspar und Balthasar,
und haben sich offensichtlich gedacht,
dass so was fuers Kind das Noetigste war.

Doch war die Familie bettelarm,
geschaedigt durch Reisespesen,
im Stall war es leider auch gar nicht warm,
drei Wolldecken waeren besser gewesen.

So geht es auch uns in jedem Jahr:
Wir schenken und kriegen Gaben von Wert,
und sind nachher arm wie's hochheilige Paar,
weil kaum einer braucht, was man ihm beschert.
Advent
zurueck
Geht es Euch auch so?
 

 

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